Mittwoch, Oktober 08, 2008

Ankunft in Zion



Der Herr hat mich von Mutterleib an berufen und meinen Namen von Mutterschoß an bekanntgemacht.
-Jesaja 49,1-

Dieses alte Babyfoto von mir, hat sich ein besonderer
Mensch zwischen seine geschickten Finger genommen

und hat es digital restauriert.
Ist diese Karte nicht einfach nur schön geworden?

Dadurch wurde ich doppelt beschenkt.

1) Die alte Fotografie an sich. Es gibt nur sehr wenige Babyfotos von mir. Sie ist vor wenigen Wochen bei Verwandten in Griechenland aus einer Tüte gefüllt mit vielen anderen dieser Familienschätze ans Tageslicht gekommen. Das Besondere daran ist, dass niemand wusste, welches Baby darauf zu sehen ist. Als ich das Foto anschaute, bekam ich einen Stups vom Heiligen Geist, der mich aufforderte, genauer hinzusehen. Plötzlich spürte ich, dass ich dieses süße Baby mit dem strahlenden Lächeln war. Abba hat mir dafür die Herzensaugen geöffnet, und ließ mich einen tiefgehenden Augenblick erkennen, wie Er mich schon als Baby liebevoll angesehen hat. Es war ein wunderschöner Moment und es fühlte sich so an, als seien nur Gott und ich allein in diesem Raum. Er hatte mich vollkommen in Seine Gegenwart geholt. In diesem innigen Augenblick, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Gefühl dafür bekommen, was Heimat bedeutet! Und ich wusste was es heißt, angekommen zu sein in meinem wahren Zuhause....

2) Das zweite Geschenk ist, wie schön die alte Fotografie nachbearbeitet und geschmückt wurde. Ich habe eine megagroße Freude, wenn ich mir dieses kleine künstlerische Werk anschaue. Das Original ist in diesem typisch antiken Sepia-Ton. Und mal ehrlich... ist das nicht ein entzückend süßes Baby?!

Ich wünsche Dir, lieber Leser
und jedem Menschen auf diesem Erdball
dass Du weißt wie sehr Du geliebt bist
und das tiefe Gefühl des absoluten
Angekommenseins in Deiner Heimat.

Dort, bei Ihm, wirst Du nie mehr hinaus gestoßen werden.
Dort ist Ankunft
Dort ist Heimat
Dort ist Zuhause

Wenn auch mein Vater und meine Mutter mich verlassen,
so nimmt doch der Herr mich auf.
-Psalm 27,10-

Ein Wallfahrtslied. Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte, da waren wir wie Träumende.
-Psalm 126,1-


Montag, September 29, 2008

La shanah tova tikatevu - Rosh Ha Shanah


Dein Name möge aufgeschrieben sein für ein gutes Jahr!




Nach dem jüdischen Kalender beginnt heute bei Sonnenuntergang (19:19 h) Rosh Ha shanah, das Neujahrsfest. Wir treten ein in das Jahr 5769. Wahnsinn!
An Rosh Ha Shanah (auch 'Tag des Schofars' genannt) grüßt sich Gottes auserwähltes Volk mit diesem oben genannten Segensspruch.
An diesem Tag werden Früchte -wie der Granatapfel- und Honig gegessen, symbolisch für ein "süßes" kommendes Jahr.

Es ist der erste der "hohen Feiertage" (d.h. der rein reiligiösen Feste). In 10 Tagen folgt Yom Kippur, der Versöhnungstag.
Die Zeit zwischen den beiden hohen Festen, ist eine sehr besinnliche Zeit und dient der Vorbereitung auf den Versöhnungstag. In dieser Zeit gedenken die Juden ihrer Sünden; Versöhnung und Umkehr stehen im Mittelpunkt dieser Tage.
Der Hohepriester betrat am Yom Kippur,
zu Zeiten des Tempels, nach einer besonderen Reinigungszeremonie das Allerheiligste, in welchem die Bundeslade mit den 10 Geboten stand. Er durfte dies nur einmal im Jahr, eben an diesem Tag tun, um stellvertretend für das Volk Vergebung der Sünden zu empfangen.
Man spricht davon, dass der Hohepriester an eine Schnur gebunden wurde, um ihn hinaus ziehen zu können, falls er diese Begegnung in Gottes Heiligtum nicht überleben würde.

Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit! Jesaja 6,3

Dieser Gedanke lässt mich erschaudern und erfüllt mich mit Ehrfurcht.

Ich mag die jüdischen Feiertage sehr, denn sie zeigen mir immer wieder neu diese besondere Beziehung die Jahwe zu Seinem Volk-, und ich erkenne, welche Bedeutung Yeshuas Hingabe für uns Menschen hat.

Unsere Namen sind heute in das Buch des Lebens eingetragen.
Wir verdanken es zuerst unserem Herrn, aber es berührt zu wissen, welchen Weg auch das jüdische Volk bis heute gegangen ist, damit wir in diese Beziehung zu Christus kommen konnten.

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum

-1.Petrus 2,9-

So mache ich mich heute eins mit dem Volke Israel und wünsche ihnen: Shana Tova - dass ihr Name aufgeschrieben sein möge, für ein gutes Neues Jahr!



Sonntag, September 28, 2008

Blogstöckchen - Wovor gruselt es dich?


So, da wär ich wieder.
Bin von meinem lieben Bruder Don Ralfo nett empfangen worden.
Darf wieder ein Blogstöckchen beantworten, was mir sehr entgegen kommt.
Eigentlich möchte ich ein Griechenland-Reisealbum hochladen, aber ich surfe mit einer Sim-Karte und das Hochladen der Fotos ist doch ziemlich müßig.

Das Blogstöckchen fordert mich auf, zu "outen" wovor es mich gruselt.
Nun, nachdem ich etwas drüber nachdachte, kristallisierten sich zwei Kategorien heraus.
Die Dinge, vor denen es mich ECHT gruselt und Dinge die mich gruseln, aber nicht weiter touchen.
Von daher teile ich es in diese zwei Bereiche ein.

Wovor es mich richtig gruselt:
~~~ ~~~ ~~~ ~~~ ~~~ ~~~ ~~~

1. Die unvorstellbare Vorstellung ohne meinen Herrn und Gott zu leben!

2. Die Grausamkeit und Ignoranz der Menschen.

3. Getarnte, glitschig-fromme Lügen... urgh schüttel

4. So zu sein, wie ich mich manchmal betrachte

5. Dass alles beim Alten bleibt; besonders in meinem Leben und im Leib Jesu.


»*¯*«*»*¯*« »*¯*«*»*¯*« »*¯*«*»*¯*« »*¯*«*»*¯*«»*¯*«*»*¯*«



Wovor es mich noch gruselt:
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1. Sülze und alles was blutet zu essen

2. Schreckliche Rottweilerkaninchen mit fletschenden Zähnen

3. Gleichförmigkeit

4. Eine Welt ohne Don Ralfos Musik

5. Standardtänze!!!

Gebe das Stöckchen weiter an History Maker, Girl with a Voice, vorrausgesetzt sie mag sich dieses Thema in ihrem derzeit sehr empfindlichen Zustand
antun, und an Martin Dreyer.

Donnerstag, September 04, 2008

Griechenland




Von Samstag auf Sonntag geht die Reise los nach Griechenland.
Zwei Wochen lang Heimat... und das Meer wieder sehen.
Der Flug wird hoffentlich nicht so turbulent wie das letzte Mal!
Sage Euch allen mal ein
Auf Wiedersehen!

Bis die Tage..

Mittwoch, September 03, 2008

Hochsensibel


Vor einigen Monaten bekam ich ein Buch in die Hand gedrückt, mit der Anmerkung, dass ich es lesen solle; die Person hatte dabei an mich gedacht.
'Lastentragen - die verkannte Gabe'

Hier wird von Menschen gesprochen, die ausgeprägte Wahrnehmungssinne für das Sichtbare und Unsichtbare haben.
Hochsensible Persönlichkeiten (HSP).

Ich begann das Buch zu lesen und schon auf den ersten Seiten kam eine Offenbarung nach der nächsten. Plötzlich verstand ich! Es war revolutionär.
Da war mein Denken und Handeln erklärt! Da waren meine Probleme geschildert.
Alles Dinge, von denen ich bis dato angenommen hatte, es seien einfach meine persönlichen Probs und Eigenschaften. Ich spürte, wie Lasten von mir abfielen und ich fing an durchzuatmen.
Darauf hin recherchierte ich noch im Internet.
Alles was ich darüber las, diese ganzen Entdeckungen, machten mich freier.
Es gab doch tatsächlich Menschen, die Gleiches erfahren und erleben wie ich.
Das gab es wirklich... Ich jubelte: "Ich bin kein Einzelfall. Es gibt Hoffnung für mich!"

Was ist Hochsensiblität?

Vorab: Hochsensibel zu sein heißt nicht krank zu sein, wobei sich primär Psychoanalytiker und dergleichen bisher damit beschäftigt haben. Es ist auch keine Neuentdeckung. Freud, er sei als ein Beispiel genannt, hat diese besonderen Merkmale an Menschen bereits festgestellt.
Hochsensitiv zu sein, heißt, einen ausgeprägten Wahrnehmungssinn zu haben. D.h., dass die Umgebung, Gerüche, Stimmungen, Motivationen, Gefühle, Schmerzen viel intensiver wahrgenommen werden, als ein "normaler" Mensch es gemeinhin tut.
Diese Eigenschaft kommt bei etwa 15-20 % der Bevölkerung vor. Ganz unabhängig von Nationalität und Alter.
Bei den Urvölkern waren Menschen mit dieser Eigenschaft hoch angesehen, weil sie gute Berater und Helfer waren. Sicherlich gehören die Weisen und Schamanen in diese Kategorie.

Bist Du mal einem Menschen begegnet, der empfindlich bis gereizt auf Luftzüge, auf Gerüche, auf Lautstärke u.Ä. reagiert hat?
Oder jemanden, der anscheinend immer etwas zu kritisieren hat?
Jemanden, der Dich manchmal verunsichert, aufgrund seines Denkens und Redens?
Empfandest Du diesen Menschen als komisch, zickig, labil?
Als jemanden, der irgendwie anders ist?

Vermutlich bist Du einem Hochsensiblen begegnet!

Der Hochsensible, meistens zurückhaltend, fällt doch irgendwie auf.
Manche wirken dauerhaft nervös.

Ich picke mal eine Person unter diesen heraus.

Klar, sie hat in dem Zeitraum eurer Begegnung mindestens das Doppelte von Dir wahrgenommen.
Während Du Dich einmal kurz im Raum umgesehen hast und Dich dann ganz Deinem Gegenüber für ein Gespräch widmetest, nahm die andere Person unterdessen noch wahr, wie es Dir geht, dass Du gestresst wirkst, dass Du wahrscheinlich eben noch auf der Arbeit warst, weil Du diese oder jene Kleidung trägst. Sie hört ein Gespräch im Hintergrund von anderen Personen und nimmt von dort eine gespannte Atmosphäre ("die haben einen Clinch") auf. Sie sieht, dass die Fenster frisch geputzt sind und zieht auch daraus einen Rückschluss.
Ein wenig oder sogar stärker, kann sie Deine Gedanken wahrnehmen.
Du stehst da mit einem fragenden Blick, weil die Person ganz unaufmerksam zu sein scheint.
Das alles nimmt sie wahr, und da ein verarbeiten (HSP's gehen gedanklich in die Tiefe und brauchen viel Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten) in dieser Situation nicht möglich ist, wirkt sie rastlos.

Hochsensibel zu sein, kann eine Last sein, wenn sich der Betroffene dessen nicht bewusst ist.
Auch das Unverständnis der Umwelt kann zu einer massiven Belastung führen.
In unserer westlichen Welt gilt es zu funktionieren. Es gilt mitzuhalten; und das Tempo ist rasant!
Eine HSP kann meist nicht lange mithalten, weil sie dazu schlicht nicht konstituiert ist.
Nicht selten bricht eine HSP früher zusammen, als manch anderer "Normalempfindliche".
Die Belastungsgrenze liegt aus genannten Gründen, niedriger.

Viele HSP kommen schnell, auch schon als Kind, auf den Rückschluss, falsch zu sein.
Sie sehen und spüren ihre Andersartigkeit, auch durch die Reaktionen des Umfelds.
Sie merken, dass ihre Sicht und ihr Wesen nicht gewollt ist. Oft machen sie die Erfahrung ausgelacht und abgelehnt zu werden.

Ich stelle mir vor, dass es für eine männliche Hochsensible Person, noch einen Tack schwieriger ist dieses Naturell zu haben. Ein Mann darf kein "Sensiblchen" sein. Das sei mal nur am Rande erwähnt...


Irgendwann fangen sie darum an, ihr ureigenstes Wesen zu unterdrücken.
Ihre Wahrnehmungen und Sichtweisen sind nicht erwünscht.
Dadurch verlieren sie den Blick für sich.
Verwirrung, Depression, Orientierungslosigkeit, Selbstzweifel und Selbstanklage sind dann die Folge.

Dabei wären sie eine Bereicherung für ihr Umfeld, zumal bei sehr vielen mit dieser Eigenschaft auch eine Hochbegabung und Kreativität Hand in Hand gehen.
Sie können meisterhaft unter verschiedenen Parteien vermitteln, und ihr Harmoniebedürfnis regt sie auch dazu an, Probleme aus der Welt zu schaffen. Auch wenn sie oft die Konfrontation meiden - wenn sie es einmal gelernt haben, dass nur die Auseinandersetzung wirklich Frieden schaffen kann, dann sind sie Meister ihrer Klasse.
Künstler, Philosophen, Berater etc.. viele aus diesen genannten Gruppen, gehören in das Gebiet der HSP.

Sollte Dir nochmal eine HSP über den Weg laufen und Du kommst mit ihr ins Gespräch,
dann werde aufmerksam. Möglicherweise hat sie Dir etwas zu sagen. Vielleicht sogar über etwas, was Dich schon länger beschäftigt und Du nach einer Anwort dafür suchst.
Vielleicht sagt sie auch etwas, was Dir unangenehm ist. Sie will dich nicht kompromitieren, sie sieht nur etwas Wichtiges und möchte es Dir mitteilen.

Meistens verfügt sie über eine ausgeprägte Empathie, ist sie doch wie ein U-Boot, welches in die tiefsten Tiefen der Gefühle untertauchen und diese sehr intensiv empfinden kann. Sehr viele weinen und leiden mit der Not anderer mit.

Das hier ist nur ein kleiner Anriss über das "Phänomen" Hochsensiblität. Den wissenschaftlichen Aspekt habe ich hier raus gelassen, da ich nicht den Anspruch auf eine sachliche Betrachtung habe, sondern weil ich denke, dass es gut ist, dieses Thema generell anzusprechen und Aufmerksamkeit auf dieses feine und doch sehr starke Wesen der HSP zu lenken.

Da solche Persönlichkeiten oftmals sehr zurückhaltend bis scheu sind, fallen sie in Gruppen selten auf.
Auf den ersten Blick nimmst Du sie nicht unbedingt wahr.
Aber Du kannst sie erkennen.
Sie haben vielleicht das Bild an der Kirchenwand gemalt, sind die Tänzer und Bannerschwinger beim Gottesdienst oder die leise Stimme die sich aus der hinteren Reihe zu Wort meldet.
Auf Kunstausstellungen, Klassikkonzerten und Vorlesungen wirst Du bestimmt mehreren begegnen.
Bei lauten Veranstaltungen stehen sie weit weg von den Lautsprechern.
Sehr bemerkenswert und interessant ist ihre Katzenliebe.
Sie fallen nicht auf, aber sie sind eine Bereicherung, wenn sie bemerkt werden und ihnen ein Ohr geliehen wird.
Sie sehen (hören, fühlen) was, was Du nicht siehst (hörst, fühlst).

Zuletzt noch einige bekannte Persönlichkeiten, die ich, ganz subjektiv zu den HSP's zählen würde:

James Dean
Marilyn Monroe
Johnny Depp
Mozart
Beethoven
Sokrates, Nietzsche und andere Philosophen
Salvator Dali
Amy Winehouse
Albert Einstein
Marie Curie
Hape Kerkeling
Mahatma Gandhi
Michael Jackson
Herbert Grönemeyer
usw.

Biblische Personen:

Jeremia
(besonders auffällig durch die Klagelieder)
Rut
Johannes
(der Täufer und der Jünger Jesu)
Das Alpha und Omega Yeshua HaMashiach
(in der vollkommensten Form :-) )

Die Liste lässt sich fortsetzen...

Viel Spaß und Erfolg bei der Spurensuche :-)

Mittwoch, August 13, 2008

Jeremia 23



Gottes Gericht über die Lügenpropheten

9 Über die Propheten: Gebrochen ist mein Herz in meiner Brust, es schlottern alle meine Gebeine; ich bin wie ein Betrunkener, wie ein Mann, den der Wein überwältigt hat, wegen des Herrn und wegen seiner heiligen Worte. 10 Denn das Land ist voll von Ehebrechern; denn das Land trauert wegen des Fluches, die Auen der Steppe sind verdorrt; ihr Treiben ist böse, und sie mißbrauchen ihre Macht. 11 Denn sowohl der Prophet als auch der Priester sind ruchlos; sogar in meinem Haus habe ich ihre Bosheit gefunden! spricht der Herr. 12 Darum soll ihr Weg wie schlüpfriger Boden in der Finsternis werden; sie sollen gestoßen werden und auf ihm fallen; denn ich will Unheil über sie bringen, das Jahr ihrer Heimsuchung! spricht der Herr. 13 Auch bei den Propheten von Samaria habe ich Torheit gesehen, daß sie durch Baal weissagten und mein Volk Israel verführten; 14 aber bei den Propheten von Jerusalem habe ich Schauderhaftes wahrgenommen, nämlich Ehebruch und in der Lüge leben; sie stärken die Hände der Bösen, so daß niemand mehr von seiner Bosheit umkehrt; sie sind mir alle wie Sodomiter geworden und ihre Einwohner wie die von Gomorra. 15 Darum, so spricht der Herr der Heerscharen über die Propheten: Siehe, ich will ihnen Wermut zu essen geben und Giftwasser zu trinken; denn von den Propheten Jerusalems ist die Gottlosigkeit ausgegangen in das ganze Land. 16 So spricht der Herr der Heerscharen: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie täuschen euch; die Offenbarung5 ihres eigenen Herzens verkünden sie und nicht [was] aus dem Mund des Herrn [kommt]. 17 Ständig sagen sie zu denen, die mich verachten: »Der Herr hat gesagt: Ihr werdet Frieden haben!« Und zu allen denen, die in der Verstocktheit ihres Herzens wandeln, sprechen sie: »Es wird kein Unheil über euch kommen!« 18 Denn wer hat im Rat des Herrn gestanden und hat sein Wort gesehen und gehört? Wer hat auf mein Wort geachtet und gehört? 19 Siehe, als ein Sturmwind des Herrn ist der Grimm losgebrochen, und ein wirbelnder Sturmwind wird sich auf das Haupt der Gottlosen entladen!

20 Der Zorn des Herrn wird sich nicht abwenden, bis er die Gedanken seines Herzens vollbracht und ausgeführt hat. Am Ende der Tage werdet ihr es erkennen und verstehen!21 Ich habe diese Propheten nicht gesandt, und doch sind sie gelaufen; ich habe nicht zu ihnen geredet, und doch haben sie geweissagt. 22 Hätten sie in meinem Rat gestanden, so würden sie meinem Volk meine Worte verkündigen und sie abbringen von ihrem bösen Weg und von ihren schlimmen Taten! 23 Bin ich denn nur Gott in der Nähe, spricht der Herr, und nicht auch Gott in der Ferne? 24 Oder kann sich jemand so heimlich verbergen, daß ich ihn nicht sehe? spricht der Herr. Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde? spricht der Herr. 25 Ich habe gehört, was die Propheten reden, die in meinem Namen Lügen weissagen und sprechen: »Ich habe einen Traum gehabt, ich habe einen Traum gehabt!« 26 Wie lange soll das noch gehen? Soll etwa die falsche Weissagung im Herzen der Propheten bleiben? Und die Propheten, die selbsterfundenen Betrug weissagen, 27 haben sie nicht im Sinn, bei meinem Volk meinen Namen in Vergessenheit zu bringen durch die Träume, die sie einander erzählen, gleichwie ihre Väter meinen Namen vergessen haben über dem Baal? 28 Der Prophet, der einen Traum hat, der erzähle den Traum; wer aber mein Wort hat, der verkündige mein Wort in Wahrheit!

Was hat das Stroh mit dem Weizen gemeinsam? spricht der Herr.
29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? 30 Darum siehe, ich komme über die Propheten, spricht der Herr, die meine Worte stehlen, einer dem anderen; 31 siehe, ich komme über die Propheten, spricht der Herr, die ihre eigenen Zungen nehmen und behaupten: »Er hat geredet!« 32 Siehe, ich komme über diejenigen, spricht der Herr, die Lügenträume weissagen und sie erzählen und mit ihren Lügen und ihrem leichtfertigen Geschwätz mein Volk irreführen, während ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe, und sie diesem Volk auch gar nichts nützen! spricht der Herr.

33 Und wenn dich dieses Volk oder ein Prophet oder ein Priester fragen sollten: »Was ist die Last6 des Herrn?«, so sollst du ihnen antworten: »Was die Last ist? Ich will euch abwerfen! spricht der Herr.« 34 Der Prophet aber und der Priester und das Volk — wer [von ihnen] sagt: »die Last des Herrn«, einen solchen Mann will ich heimsuchen samt seinem Haus! 35 So sollt ihr aber einer zum anderen und jeder zu seinem Bruder sagen: »Was hat der Herr geantwortet?« oder »Was hat der Herr gesprochen?« 36 Aber die »Last des Herrn« sollt ihr nicht mehr erwähnen; denn jedem einzelnen wird sein eigenes Wort zur Last werden, denn ihr verdreht die Worte des lebendigen Gottes, des Herrn der Heerscharen, unseres Gottes! 37 So sollst du zu dem Propheten sagen: »Was hat dir der Herr geantwortet?« oder »Was hat der Herr geredet?« 38 Wenn ihr aber sagt: »Last des Herrn«, so spricht der Herr: Weil ihr diesen Ausdruck »Last des Herrn« gebraucht, obwohl ich euch sagen ließ, ihr sollt nicht von der »Last des Herrn« reden, 39 darum siehe, so will ich euch ganz vergessen und euch samt dieser Stadt, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, von meinem Angesicht verwerfen; 40 und ich will euch mit ewiger Schmach und ewiger Schande belegen, die unvergessen bleiben soll!


Dienstag, August 12, 2008

Das Narrenschiff




Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm,
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm -
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und Rollen und Stampfen und schwere See,
Die Bordkapelle spielt "Humbatäterä",
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum,
Und Elmsfeuer züngeln am Ladebaum,
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten!

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann fährt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus - und Kurs aufs Riff.

Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
Auf die Sandbank, bei der wohl bekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
Im hellen Licht - niemand muss sich im Dunkeln rumdrücken..
In der Bananenrepublik wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann fährt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus - und Kurs aufs Riff.

Man hat sich glatt gemacht, man hat sich arrangiert.
All die hohen Ideale sind havariert,
Und der große Rebell, der nicht müd wurde zu streiten,
Mutiert zu einem servilen, giftgen Gnom
Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann
In Rom Seine Lieder, fürwahr: Es ändern sich die Zeiten!
Einst junge Wilde sind gefügig und zahm,
gekauft, narkotisiert und flügellahm,
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentiern sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen!

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann fährt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus - und Kurs aufs Riff.

Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
Im Schutz der Paragraphen mischt er die
gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen - aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
Sie ziehn wie lemminge in willenlosen Horden.
Es ist, als hätten alle den Verstand verlorn,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschworn,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann fährt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus - und Kurs aufs Riff.